Uwe Bergmann, Digitalisierung

COSMO CONSULT-Vorstandsvorsitzender Uwe Bergmann: "Es geht um die digitale Zukunft unserer Kunden"

Gero Brinkbäumer12.07.2018

Unlängst wurde die COSMO CONSULT-Gruppe, einer der international führenden Anbieter von Microsoft-basierten End-to-End-Businesslösungen, zum wiederholten Mal als eines der besten IT-Beratungsunternehmen ausgezeichnet. Im Rahmen der Verleihung des renommierten TOP CONSULTANT-Qualitätssiegels sprachen die Organisatoren mit Uwe Bergmann, Gründer und Vorstandsvorsitzender von COSMO CONSULT, über die Chancen und Risiken der Digitalisierung und warum Technologie dabei nicht die Hauptrolle spielt.

Herr Bergmann, Ihr Geschäft sind IT-Dienstleistungen. Was ist dabei das Neuartige oder Einzigartige von COSMO CONSULT?

Wir arbeiten in einem äußerst dynamischen Marktumfeld, in dem der digitale Fortschritt große Veränderungen mit sich bringt – für die einzelnen Arbeitsplätze, aber auch für die Unternehmen selbst und sogar ganze Industriezweige. In diesem Transformationsprozess ist für uns entscheidend, dass die beteiligten Menschen nicht aus dem Blick geraten. Deshalb gehört zu unserer Vision von einer modernen Arbeitswelt das Konzept von einer menschlichen bzw. dem Menschen dienenden Technologie. Man kann also sagen: Das Einzigartige an unserem Ansatz ist, dass wir „Business-Software für Menschen“ machen – was im Übrigen auch unser offizieller Slogan ist. Und um über das „Neuartige“ zu sprechen: Eine wichtige Rolle spielt schon heute das Internet of Things, also die Vernetzung von Maschinen und Waren, die wir mit unseren Lösungen abbilden. Auch die Cloud als Instrument, IT-Technologie einfacher und flexibler zu machen, ist ein wichtiger Trend. In naher Zukunft werden intelligente Systeme verstärkt Einzug halten und den Umgang mit Unternehmenslösungen revolutionieren. Bei all dem vergessen wir jedoch nicht, dass es in der IT-Dienstleistung zuerst um die aktuellen Kundenanforderungen geht und um Lösungen, auf die man sich im Hier und Jetzt verlassen kann.

Bitte beschreiben Sie noch einmal kurz Ihr Leistungsportfolio.

Unser Produktspektrum umfasst neben ERP- und Branchenlösungen eine große Palette an Speziallösungen, Business-Intelligence- und CRM-Systemen sowie Office- und Portallösungen. Dabei spielen moderne Digitaltechnologien eine zentrale Rolle, denn hier werden die Weichen für die Zukunftsfähigkeit gestellt. Mit der Digitalisierung ist gleichzeitig ein Perspektivwechsel verbunden, nämlich weg von Einzellösungen für separate Aufgabenbereiche hin zu Gesamtlösungen, die Unternehmensprozesse intelligent unterstützen und miteinander vernetzen. Deshalb verbinden wir mit unseren Lösungen ein umfangreiches Service-Portfolio, das darauf abzielt, unsere Kunden zukunftsorientiert zu beraten – nicht nur bei der Auswahl, sondern auch bei der Einführung, Betreuung und Weiterentwicklung der Software. Entscheidend ist für uns neben einem professionellen Projektmanagement die menschliche Seite, das Miteinander mit unseren Kunden und das heißt: eine respektvolle und vertrauensvolle Partnerschaft auf Augenhöhe.

Aber nochmals auf den Punkt gebracht: Worin liegt aus Ihrer Sicht das Besondere von COSMO CONSULT?

Jeder unserer Kunden hat sehr spezielle und individuelle Anforderungen. Uns ist es daher wichtig, gemeinsam mit jedem einzelnen Kunden die für ihn bestmögliche Lösung zu finden. Aber es kommt noch etwas anderes hinzu: Wir liefern nicht nur Software, sondern wir sorgen mit unserem Branchen- und Beratungs-Know-how auch dafür, dass die internen Prozesse verbessert werden und die Mitarbeiter mit Spaß an der Sache lernen, wie sie das Beste aus den Lösungen herausholen können. Das Besondere ist also unser Fokus auf die Menschen in den Unternehmen. Zukunft ist eben nicht nur eine Frage der Technologie – „Zukunft“, das sind vor allem die Menschen, die es mit ihrer Kreativität und ihrem Engagement ermöglichen, dass Unternehmenslösungen überhaupt ihr Potenzial entfalten können.

Welchen konkreten Nutzen haben Ihre Kunden durch die Beratung Ihres Hauses?

Man könnte den konkreten Nutzen jetzt in Zahlen ausdrücken: X Prozent mehr Effizienz, Y Prozent Ressourceneinsparung etc. Das sind aber Werte, die sich von Fall zu Fall unterscheiden. Lassen Sie mich deshalb etwas allgemeiner antworten: Der konkrete Nutzen für unsere Kunden besteht in einer Partnerschaft, auf die sie sich verlassen können. Unsere Kernkompetenz ist, dass wir unsere Kunden verstehen. Damit ist vor allem unser Branchen-Know-how gemeint, also die Tatsache, dass unsere Spezialisten die Sprache der Unternehmen aus der Auftrags- und Prozessfertigung, dem Handel, der Bauindustrie und den verschiedenen Dienstleistungssektoren sprechen. Wir entwickeln selbst übrigens Branchen- und Speziallösungen für die genannten Bereiche. Andererseits bedeutet „die Kunden verstehen“ aber auch zu wissen, welche Faktoren wettbewerbsrelevant sind, was in jedem individuellen Fall von Nutzen ist und was nicht und wie das bestmögliche Ergebnis effizient und wirtschaftlich erreicht wird. Dafür muss man partnerschaftlich, ehrlich und persönlich mit den Kunden zusammenarbeiten – und das ist unser Anspruch.

Gibt es ein Beispielprojekt, das Ihre Leistungen besonders gut herausstellt?

Eigentlich verfolgen wir die Maßgabe „Jeder Kunde eine Referenz!“, das heißt, wir haben den Anspruch, dass jedes Projekt, jede Implementierung vorbildhaft zeigt, was wir können. Da Sie aber nach einem Beispiel fragen, nenne ich Ihnen am besten unser derzeitiges Leuchtturmprojekt, das wir auf der Hannover-Messe vorgestellt haben und wofür wir dort auch mit dem Innovationspreis-IT ausgezeichnet wurden: Gemeinsam mit Becker Marine Systems, dem weltweit führenden Anbieter für Schiffsrudersysteme, haben wir eine ganzheitliche Unternehmenslösung geschaffen, die nicht nur die kaufmännischen und technischen Abläufe managt, sondern auch eine moderne digitale Plattform für die Zusammenarbeit mit den weltweit ansässigen Projektdienstleistern bietet. In dem Szenario helfen unter anderem aktuelle IoT-Technologien dabei, den Projektfortschritt im Blick zu behalten, Qualitätsberichte mobil zu erstellen und die Kunden mit modernen Services zu unterstützen.

Mehr über unser Leuchtturmprojekt

Referenzbericht Becker Marine Systems GmbH

Neue Märkte, neue Produkte, veränderte Arbeitsweisen – bei wachstumsorientierten, innovativen Betrieben können sich die Anforderungen an die IT schnell ändern. Passt das ERP-System dann nicht zur Unternehmensorganisation, geht das fast immer zu Lasten der Prozesseffizienz. Die einzige sinnvolle Lösung ist dann oft eine neue Software. Dafür hat sich auch die Becker Marine Systems GmbH entschieden.

Kommen wir zum Thema Digitalisierung: Was ist heute dabei aus Ihrer Sicht entscheidend und wie wirkt sich das auf Ihre Tätigkeit aus?

Das Entscheidende ist nicht so sehr die technologische Seite – obwohl es sich um ein technologiegetriebenes Thema handelt. Entscheidend sind die Auswirkungen auf unser Leben und natürlich auch auf unser Arbeitsleben. Die Digitalisierung hat ein enormes Potenzial. Vieles kann verbessert, vereinfacht und überhaupt erst möglich werden durch digitale Lösungen. Es gibt aber wie so oft bei großen Veränderungen auch viele Ungewissheiten und durchaus auch Entwicklungen in die falsche Richtung. Es kommt zunächst einmal darauf an, nicht den Überblick zu verlieren. Außerdem muss man mit Unsicherheit, Zweifel und sogar Ängsten umgehen und sie ernst nehmen. Für unsere Kunden geht es darum, die Digitalisierung nicht als Selbstzweck zu verstehen oder als Trend, dem man blind hinterherläuft. Es muss genau analysiert werden, was Substanz hat, was technisch ausgereift und im praktischen Einsatz sinnvoll und hilfreich ist. Eine unserer Serviceleistungen in diesem Bereich ist zum Beispiel der „Digital Maturity Check“, mit dem Unternehmen ihren aktuellen Digitalisierungsgrad bewerten und mit dem Branchendurchschnitt vergleichen können. Das Ergebnis zeigt dann detailliert, wo man ansetzen muss und welche Maßnahmen erfolgversprechend sind. Unser Job ist es, gemeinsam mit unseren Kunden den für sie richtigen Weg in das digitale Zeitalter zu finden – mit viel Verständnis für die jeweilige Situation, für die Mitarbeiter im Unternehmen und natürlich für das konkrete Geschäft.

Sie bieten Unternehmen Softwarelösungen und IT-Beratung an und stellen trotzdem die Menschen in den Mittelpunkt – wie geht das zusammen?

Es ist interessant, dass Sie mit Ihrer Frage einen Widerspruch implizieren zwischen IT und den Menschen, die sie nutzen. Der Ursprung von Technologie ist eigentlich die Erweiterung der Möglichkeiten oder die Vereinfachung anstrengender Arbeit – also eine dem Menschen dienende Funktion. In diesem fundamentalen Sinn verstehen wir unsere Technologielösungen und unsere Dienstleistungen. Es ist andererseits verständlich, dass Sie diese Frage stellen, da Technologie im Ruf steht, unser Leben nicht einfacher, sondern im Gegenteil komplizierter zu machen. Natürlich sind auch viele Herausforderungen, denen wir mit technischen Mitteln begegnen, kompliziert. Umso mehr kommt es darauf an, den eigentlichen und im Prinzip einfachen Sinn des Ganzen nicht aus den Augen zu verlieren, nämlich unser Leben zu verbessern. Wir stellen also den Menschen nicht „trotz“ unserer Technologie in den Mittelpunkt, sondern gerade „deswegen“.

Im Umfeld der Digitalisierung spielen agile Arbeitsmethoden eine wichtige Rolle. Wie kann Digitalisierung und Software agile Konzepte unterstützen?

Bei den agilen Konzepten geht es ja im Wesentlichen um das Aufbrechen starrer Strukturen, um die Möglichkeit, schneller und flexibler auf Änderungen zu reagieren und – vielleicht am Wichtigsten – darum, die Kreativität und die besonderen Fähigkeiten der Mitarbeiter zu entfalten. Tatsächlich bieten wir eine große Palette an Lösungen, Services und Implementierungsmethoden, die dieses Konzept umsetzen und mit Leben füllen. Die Entwicklung hin zum digitalen Arbeitsplatz hat ja sehr viel mit der Befreiung von erstarrten Aufgabenbereichen zu tun. Ein wichtiger und leider oft vernachlässigter Faktor ist hierbei das Change-Management. Der Erfolg oder auch Misserfolg von Projekten hängt grundsätzlich mit einem Bereich zusammen, der nicht so einfach greifbar und auch nicht einfach messbar ist, wo aber letztendlich die Musik spielt. Damit meine ich alles, was mit Motivationen, Werten, mit der Kultur eines Unternehmens zu tun hat und mit der Frage: Wie bereit ist eine Organisation für Veränderung? Für uns gehört die Beantwortung dieser Frage neben dem eigentlichen Pflichtenheft zu den Kernelementen unserer Projekte und auch unserer Beratungsleistungen.

Zum Schluss doch noch eine Frage, die mit Technologien zu tun hat: Wie beeinflussen aktuelle Entwicklungen zum Beispiel aus dem Bereich Industrie 4.0 oder „Internet der Dinge“ Ihre Arbeit als Wegbereiter der Digitalisierung?

Mit einem Wort: Stark! Wir haben eine Geschäftsunit, die sich ausschließlich mit der Forschung und Entwicklung von Industrie-4.0-Lösungen befasst. Eine weitere Einheit ist spezialisiert auf mathematische Modelle und Algorithmen für die Implementierung von KI-Technologien in unsere Standardlösungen. Moderne Unternehmenssoftware hat für uns viel mit Zukunftsvorstellungen zu tun und mit der Vision von einer besseren Arbeitswelt. Ein Beispiel ist unser smartes Industrie-4.0-Lösungsszenario der „Digitalen Baustelle“: Die Plattform, die wir gemeinsam mit dem Fraunhofer IFF entwickelt haben, nutzt unter anderem Cloud-, IoT- und VR-Technologien, um Großbaustellen zu managen und Ausfallzeiten zu reduzieren. Das Potenzial dieser neuen digitalen Werkzeuge ist, wie ich schon sagte, immens und eigentlich stehen wir erst am Anfang.

Beitrag teilen

Kommentare

Keine Kommentare gefunden!

Kommentar verfassen