Kinkele GmbH & Co. KG

Von Volker Vorburg

Das beste ERP-System nutzt wenig, wenn man es nicht optimal einsetzen und seine Möglichkeiten ausnutzen kann. Und hat ein Unternehmen nicht den passenden IT-Partner, kann es seine Ressourcen nicht voll nutzen und profitiert nur unzureichend von der neuen Software. Die Kinkele GmbH & Co. KG hat das erlebt.

Unternehmensprofil

© Kinkele GmbH & Co. KG

Seit 1885 gibt es die Ochsenfurter Firma Kinkele. Von Beginn an spezialisierte sich das Unternehmen auf Zulieferungen im Maschinen-, Apparate- und Stahlbau. Heute übernimmt die Kinkele GmbH & Co. KG die Fertigung, Montage und den Probelauf von Spezialmaschinen, kompletten Apparaten und Anlagen mit Hydraulik- und Pneumatiksteuerungen aus allen Branchen und Industriebereichen wie den Energietechniksektoren, der Kern- und Nukleartechnik sowie der Raum- und Luftfahrttechnik. Kinkele hat keine eigenen Produkte, sondern fertigt, was der Kunde konstruiert und beauftragt. Dazu zählen Hub- und Schwenkplattformen für die Mercedes S-Klasse ebenso wie komplette Anlagen für die Papierindustrie oder Schweiß-, Eisenbau- und Blechkonstruktionen bis zu 100 Tonnen Stückgewicht für beliebige Branchen.

Die Mehrzahl der Aufträge sind Einzelfertigungen: „Was wir heute produzieren, fertigen wir in der Regel nie wieder. Wir haben einen Wiederholauftragsanteil von etwa 10 Prozent, und wenn wir einmal zehn gleiche Teile fertigen, ist das für uns schon eine Serie“, erläutert Matthias Krinke, IT-Organisationsleiter. Exportiert werden die Produkte selten direkt, aber ein großer Teil geht über die deutschen Kunden ins Ausland. Fast 400 Mitarbeiter erwirtschaften jährlich 65 Mio. Euro. Am einzigen Standort in Ochsenfurt erhalten zudem 30 bis 40 Auszubildende eine fundierte Ausbildung.  

Spezielle Prozesse gefordert

2005 begann man bei Kinkele, das bestehende PPS-System zu analysieren und auf den Prüfstand zu stellen. „Wir stellten eine Vielzahl von Defiziten fest, die uns zum sofortigen Handeln zwangen“, erinnert sich Krinke. Unverzüglich verglich man die auf dem Markt vorhandenen ERP-Systeme, wobei vor allem berücksichtigt wurde, ob die Software überhaupt zum Unternehmen passte oder ob das Unternehmen dem Programm angepasst werden müsste. „Es gibt Prozesse bei uns, die sehr intelligent gelöst sind, aber nicht unbedingt einen Standard darstellen“, weiß Krinke. Damit meint er nicht die Buchhaltung oder überhaupt die kaufmännische Abwicklung, sondern Prozesse in der Produktion, die speziell auf den Einmalfertiger zugeschnitten sind. So trafen die IT-Verantwortlichen gemeinsam mit einem externen Berater anhand eines Anforderungskatalogs eine strenge Vorauswahl, bei der bereits namhafte Anbieter ausschieden.

Von den drei Systemen, die in die Endauswahl kamen, machte eindeutig der ERP-Standard Microsoft Dynamics NAV das Rennen. „Zwar gefielen uns auch andere Lösungen, aber die für uns entscheidenden Punkte verbuchte Dynamics NAV für sich“ kommentiert Krinke die Wahl. Da es in der Produktion kaum wiederkehrende Teile gibt, war es unter anderem von entscheidender Bedeutung, neue Produkte einfach und schnell in vielstufige Stücklisten aufnehmen zu können. Hier konnten die Mitarbeiter der Arbeitsvorbereitung mit Microsoft Dynamics NAV am schnellsten und effizientesten arbeiten und deutlich Zeit einsparen. Schließlich spielten auch die Marktstellung des Anbieters und seine Zukunftssicherheit eine Rolle sowie eine akzeptable regionale Nähe. So nahm man im August 2007 das neue ERP-System in Betrieb.

Fehlende Konstanz

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„Leider waren wir mit unserem Microsoft-Partner nicht zufrieden“, beschreibt Krinke die Schwierigkeiten der ersten Jahre. Eine geplante Niederlassung des Systemhauses mit einer Branchenkompetenz im Maschinenbau wurde nicht umgesetzt. Seit Einführung des Projekts musste Krinke mit sieben Projektleitern zusammenarbeiten. „Es kann nicht sein, dass wir ständig jemandem neu erklären müssen, wer wir sind und was wir wie tun. So kann sich kein IT-System im Unternehmen entwickeln und organisch mit ihm wachsen“, klagt der Organisationsleiter noch heute. Es war daher eine logische Folge, den bestehenden Vertrag auslaufen zu lassen und sich nach einem prädestinierten Partner im Microsoft Dynamics-Umfeld umzuschauen.

In der COSMO CONSULT GmbH, einem Branchenspezialisten für die Fertigungsindustrie, projektorientierte Dienstleister sowie die Zulieferindustrie, fand man schließlich, was man suchte. Nicht nur, dass hier inzwischen Mitarbeiter des ehemaligen Partners arbeiteten, die Kinkele bereits während der Implementierung gut betreut hatten, auch die zuvor erworbenen Zusatzmodule konnten problemlos mit betreut, weiter entwickelt und integriert werden. Auch dass mit Nürnberg und Stuttgart gleich zwei Standorte in erreichbarer Nähe lagen, entsprach den Vorstellungen. „So ein IT-System stagniert ja nicht, das lebt ja. Fertig ist man damit eigentlich nie“, betont Krinke die Wichtigkeit, mit dem IT-Partner im regelmäßigen Kontakt weiter an den Prozessen des Systems und des Unternehmens zu feilen. 

Erfolgreicher Partnerwechsel

Und Krinke weiß: „Für Einzelfertiger gibt es keine Software von der Stange, da muss man ein ERP-System haben, das flexibel ist, das man auch schnell an individuelle Spezialitäten anpassen kann.“ Die unterschiedlichsten Kunden mit den verschiedenartigsten Anforderungen müssen bedient werden. Dafür entwickeln auch die Kinkele-Mitarbeiter immer wieder neue Ideen, die sie auch mit der IT umsetzen müssen. Das funktioniert natürlich nur mit kompetenten Branchenkennern seitens des IT-Partners, die das Unternehmen und seine Prozesse kennen. Denn: „Es gibt fast nichts, was man nicht in Navision entwickeln könnte“, so Krinke.

So setzt man jetzt MegaBoard von Orderbase, als voll in Microsoft Dynamics NAV integrierte Leitstands- und Plantafellösung ein, um die manuellen Aktionen zugunsten automatischer Planungsläufe zu ersetzen. In der Zeitwirtschaft möchte man den Meistern Berechtigungen geben, um etwa Urlaubspläne direkt ins System einzuplanen. Ohne Umwege per Zettelwirtschaft über das Personalbüro wirkt sich das augenblicklich auf die Darstellung der Kapazitäten aus. Krinke hat noch mehr Beispiele: „Hatte man früher bei Großaufträgen Stücklisten mit mehreren Tausend Positionen, konnte man erst einmal Kaffee trinken gehen, wenn man die öffnete. Das gibt es heute nicht mehr.“

Der IT-Leiter kennt noch mehr Beispiele und ist sicher, dass man noch etliche Prozesse verschlanken kann. Etwa mit dem Projektmanagement-Modul, das bisher noch gar nicht richtig zum Einsatz kam. So kommt es mit dem neuen Partner noch heute zu Aha-Effekten und neuen Erkenntnissen, was Microsoft Dynamics NAV alles leisten kann. Und auch als Kunde fühlt sich Kinkele wieder richtig gut betreut. Braucht man den Support, hat Fragen oder ein anderes Anliegen, erfolgt der Kontakt in vernünftiger Zeit und man nimmt sich sofort der Probleme an. Die Kontakte sind auch nachhaltig, stets wird nachgefragt, ob erfolgte Leistungen auch etwas gebracht haben. „Unsere Entscheidung für COSMO CONSULT war goldrichtig. Unsere interne Produktivität ist deutlich gestiegen, und es macht wieder Spaß, Dynamics NAV im Unternehmen weiterzuentwickeln“, resümiert Krinke den Partnerwechsel. 

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